Zukunft der Eppendorfer Landstraße!

 

Die Politik entscheidet, wie es weitergeht!

Im März 2020 sollte die Abschlussveranstaltung im Beteiligungsverfahren über die Zukunft der Eppendorfer Landstraße im Abschnitt zwischen Eppendorfer Markplatz und Kümmellstraße stattfinden. Diese musste aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Bis vor kurzem bestand die Hoffnung, die Veranstaltung nachholen zu können, doch angesichts der aktuellen Entwicklung hat das Bezirksamt Hamburg-Nord die bisherigen Ergebnisse des Verfahrens nun der Politik vorgelegt. Sie finden unter Downloads einen Abschlussbericht, in dem das Team von TOLLERORT entwickeln & beteiligen und SBI Ingenieure die Ergebnisse zusammenfassend beschreibt und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen formuliert. Dieser Bericht ist als Anlage zur Drucksache 21-1645 dem Regionalausschuss Eppendorf-Winterhude vorgelegt worden.

Im Beteiligungsverfahren zur Zukunft der Eppendorfer Landstraße wurde im Jahr 2019 intensiv darüber diskutiert, ob und wie die Aufenthaltsqualität im Abschnitt zwischen Eppendorfer Marktplatz und Kümmellstraße verbessert und Konflikte zwischen Fuß- und Radverkehr abgebaut werden können. Als Ergebnis der Planungswerkstatt, bei der 10 verschiedenen Konzeptideen diskutiert worden waren, hatte das Verkehrsplanungsbüro SBI Beratende Ingenieure zwei alternative Lösungsvorschläge entworfen.

Über vier Wochen im Winter 2019/2020 konnten diese Lösungsalternativen für die Eppendorfer Landstraße hier im Internet kommentiert werden. Die Kommentare zu den Entwürfen finden Sie unterhalb des jeweiligen Entwurfs. Die Umfrage-Statistik können Sie unter dem Menüpunkt Umfrage aufrufen.

Die Bandbreite der Bewertungen ist groß. Bei einer abschließenden Veranstaltung sollte daher gemeinsam diskutiert werden, welche Empfehlungen aus dem Verfahren der Bezirkspolitik gegeben werden können. Wie die Planungswerkstatt gezeigt hat, kann im Beteiligungsprozess eine tragfähige Lösung nur in einer gemeinsamen Diskussion unter Berücksichtigung und Abwägung unterschiedlicher Interessenlagen ermittelt werden.

(Bild: TOLLERORT entwickeln & beteiligen)

Die Bezirksversammlung Hamburg-Nord hat die Bezirksverwaltung beauftragt, ein Beteiligungsverfahren durchzuführen, um zu ermitteln, ob und wie die Eppendorfer Landstraße im Abschnitt vom Marie-Jonas-Platz bis zum Eppendorfer Marktplatz durch eine Umgestaltung eine höhere Aufenthaltsqualität erhalten könnte.

In der ersten Phase wurden mit einer Befragung von Passant*innen und Gewerbetreibenden sowie bei der großen Auftaktveranstaltung am 16. September 2019 vielfältige Anliegen ermittelt. Es beteiligten sich vor allem Menschen aus dem direkten Umfeld. Die Vorstellungen sind sehr unterschiedlich. Es zeigt sich, dass zum Teil die heutige Aufenthaltsqualität und Atmosphäre im betroffenen Abschnitt als gut empfunden wird. Zum Teil werden aber auch erhebliche Konflikte vor allem zwischen Fuß- und Fahrradverkehr festgestellt, die sich den Seitenraum mit den Auslagen von Geschäften teilen.

Bei der Planungswerkstatt am 11.11.2019 wurden zehn alternative Ideenskizzen in Kleingruppen diskutiert. Die Ergebnisse der Diskussion sind in der Dokumentation dargestellt. Die Diskussion der Konzeptideen hat gezeigt, dass ein Handlungsbedarf besteht und dass vor allem die Konflikte zwischen Rad- und Fußverkehr gelöst werden sollten. Ergebnis ist aber auch, dass die Frage, wie die Konflikte gelöst werden sollten, sehr unterschiedlich beantwortet wird. In der Kleingruppendiskussion, bei der sich die Teilnehmer*innen auf gemeinsame Empfehlungen einigen sollten, bekamen die "extremeren Lösungen" kaum Unterstützung. Die Ideen Schutzstreifen und Radfahrstreifen sowie Mischverkehr und Verkehrsberuhigter Geschäftsbereich, bei denen der Konflikt zwischen Rad- und Fußverkehr gelöst und die Erschließung für den Kfz- und Busverkehr aufrecht erhalten wird, bekamen von mehreren Kleingruppen ein "Ja" auf die Frage, ob die Ideen weiter verfolgt werden sollten.

Unter Berücksichtigung fachlicher Rahmenbedingungen haben SBI Beratende Ingenieure aus diesem Ergebnis folgende alternative Lösungsansätze abgeleitet:

  • Konzeptidee A: Mischverkehr (Tempo 30)
  • Konzeptidee B: Schutzstreifen (b = 1,75m)

Sie können die Entwürfe auf der Seite "Entwürfe vergleichen" hier noch bis Ende 2020 einsehen. Hier finden Sie jeweils den Planungsausschnitt, einen Querschnitt im Vergleich mit dem heutigen Bestand und einen erläuternden Text. Zusätzliche können Sie den Gesamtlageplan jeder Variante unter Downloads herunterladen.
Über vier Wochen konnten diese Lösungsalternativen für die Eppendorfer Landstraße im Winter 2019/2020 hier im Internet kommentiert werden. Bei den Beiträgen handelt es sich um Einzelmeinungen, die nicht mit dem Ergebnis einer Diskussion einer heterogenen Gruppe gleichgesetzt werden können. Die individuellen Einschätzungen weisen wiederum auf die große Bandbreite an Bewertungen hin. Eine digitale Umfrage über die beiden Alternativen sowie ein „Mehr“ oder „Weniger“ an Eingriffen, weist zwar darauf hin, dass eher mehr Beteiligte mehr Eingriffe wünschen, auf der anderen Seite stimmen zusammengerechnet deutlich mehr hier Beteiligte dafür entweder die vorgeschlagenen Lösungen oder weniger Eingriffe umzusetzen.

Im Vergleich der beiden im Verfahren verbliebenen Varianten wird aus gutachterlicher Sicht eindeutig dem Mischverkehr (Variante A) der Vorzug gegeben, auch wenn dies zumindest vordergründig nicht unbedingt dem aktuellen Trend zu separaten Radverkehrsanlagen entspricht.

Für den Mischverkehr spricht die Möglichkeit, wie hier vorausgesetzt, eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 km/h anzuordnen: Einerseits kann durch reduzierte Geschwindigkeiten im Sinne einer Maßnahme zur Förderung des Radverkehrs das anderenfalls möglicherweise fehlende subjektive Sicherheitsempfinden der Radfahrenden gestärkt werden; andererseits kommt auch dem Fußverkehr das deutlich erleichterte Queren der Fahrbahn zugute.
Als zweiter Grund ist die gegenüber der Variante mit Schutzstreifen deutlich geringere Fahrbahn¬breite bei der Variante A zu sehen. Es ist kein wesentlicher Eingriff in den Bestand erforderlich, Grünstreifen und Bäume können erhalten werden. Noch wichtiger ist aus gutachterlicher Sicht schließlich aber die Zukunftsfähigkeit dieser Lösung. Im Gegensatz zu der mit Schutzstreifen verbreiterten Fahrbahn lässt sich zu einem späteren Zeitpunkt und im Fall sich weiterhin verändernden Verkehrsverhaltens eine weitergehende Verkehrsberuhigung oder z.B. auch die Einrichtung einer Fahrradstraße relativ problemlos und auch ohne einen erneuten größeren Um- und Rückbau realisieren.

Für das weitere Verfahren wird vom Beteiligungsteam empfohlen, an den begonnenen Diskussionsprozess anzuknüpfen und die Anwohner*innen sowie Gewerbetreibenden zu beteiligen. Angesichts der sehr unterschiedlichen Vorstellungen der Beteiligten sollte auch geprüft werden, ob ein temporärer Versuch von Maßnahmen überzeugende Erkenntnisse liefern kann.