Was ist XBau?

Grundlage des Standards ist das öffentliche Baurecht mit der Musterbauordnung. Als Prozesse werden die wichtigsten bauaufsichtlichen Verfahren, wie das Baugenehmigungsverfahren, die Prüfung bautechnischer Nachweise und die Beteiligung anderer Stellen an der Entscheidung abgebildet. Da sich die Prozesse an der Musterbauordnung (MBO) orientieren, ist grundsätzlich eine Übernahme des XBau-Austauschstandards für alle Länder möglich. Die Modellierung nach der MBO ermöglicht zudem jedem Bundesland eine entsprechende Anpassung an das Landesrecht.

BIM als Ausblick für den XBau-Standard

In einem Modell, in dem es keine herkömmlichen Bauvorlagen mehr gibt, sondern ein 3D-Modell nach dem Building Information Modeling-Ansatz (BIM) eingereicht wird, sind alle Fachplanungen, Komponenten- und Materialbeschreibungen, Stammdaten zum Bauherrn und Architekten enthalten. Dieser Detaillierungsgrad reduziert den Aufwand für die Prüfung, und der Genehmigungsprozess wird beschleunigt.

BIM ermöglicht die raumbezogene Prüfung am digitalen 3D-Modell. Alle relevanten Informationen und Daten zu einem Bauwerk lassen sich digital erfassen, verwalten und in einer transparenten Kommunikation zwischen allen beteiligten Akteuren austauschen.

Überschneidungen oder Kollisionen können durch BIM überprüft sowie verschiedene Planungsvarianten simuliert werden. Änderungsbedarfe der Bauaufsichtsbehörde werden im Format XBau an den Fachplaner zurückgemeldet. Hierdurch lassen sich auf Seiten der Verwaltung und im späteren Projektverlauf hohe Kosten und Verzögerungen vermeiden.

Durch die direkte Prüfung und Eingabe von Stellungnahmen am (Teil-)Modell sind keine zusätzlichen separaten Dokumente mehr erforderlich. Alles wird integriert. Eine weitere Folge ist, dass Behörden und die Politik sehr genaue Kenntnisse zum Baubestand und damit eine bessere Grundlage für die Stadtplanung erhalten. Insgesamt ändert die 3D-Modell-basierte Planung nicht nur die Arbeit der Planenden, sondern auch der Verwaltungen insgesamt. Die Potenziale liegen also hier im übergreifenden Bereich, da die Automatisierung und Integration sowie die Analysemöglichkeiten aufgrund des Gesamtansatzes sehr viel umfassender möglich sind als in den anderen dargestellten Potenzialen.